Finca Volvoreta

Finca Volvoreta

Finca Volvoreta

Die Finca Volvoreta verfügt über keine riesigen Weinbauflächen und es gibt kein architektonisches Meisterwerk zu bestaunen, das den Besucher manch anderer moderner Bodegas beeindruckt. Doch man sollte sich weder hier noch dort täuschen lassen, denn bei aller Bescheidenheit die Antonio Alfonso und seine Tochter Maria ausstrahlen, ist die Professionalität mit der sie ihr Bioweingut betreiben nicht zu übersehen. 

Aus  anfänglich 15 Hektar ererbten Weinbergen wurden inzwischen 40, für spanische Verhältnisse ein sehr kleiner Besitz. Man mag es kaum glauben, dass bei einer beabsichtigt niedrige Erntemenge von nur 15 bis 20 hl/Hektar und einem relativ niedrigen Weinpreis im Verhältnis zur Weinqualität ein rentabler Betrieb möglich ist. Niedrige Grundstückspreise könnten der Grund dafür sein? Überzeugend ist dagegen der rote Biowein „El Vino del Buen Amor“ umso mehr, mit seiner reichhaltigen, voluminösen und harmonischen Art. 

 

 

Finca Volvoreta, Biowein 

El Vino del Buen Amor, Toro DO     Volvoreta_Vino_del_Buen_Amor_Toro DO, Biowein, rot

 

Bodega_Volvoreta_Bioweinberg im Winter

Weinberg der Finca Volvoreta im Winter

 

 

Ein Interview mit Maria Alfonso Interview aus der spanischen Zeitschrift Mujer Rural:

 
Bereits mit 24 Jahre bekam sie für ihre Arbeit in der Entwicklung ökölogischer Weine den Preis der Fundación Biodiversidad (Stiftung für Biodiversität) verliehen.
 

Was hat Sie dazu gebracht, sich der Welt des Weines zu widmen?

Das hängt mit meiner Herkunft zusammen. Wir besitzen einen Familienbetrieb, ich bin dort aufgewachsen und habe von klein auf mitgearbeitet.

Welche Unterschiede sehen Sie zwischen einem Weinfachmann und einer Weinfachfrau? Glauben Sie, Ihr Wein wäre anders, wenn Sie ein Mann wären?

Nein, das glaube ich nicht. Die Erfahrung in der Weinherstellung, eine besondere Note und der persönliche Geschmack, das kann Unterschiede hervorrufen. Und all das versuchen wir mit unseren Volvoreta Weinen zu vermitteln. Wir machen genau den Wein, den wir herstellen möchten. Er ist gesünder für unsere Kunden und gleichzeitig haben wir das Glück, dass er jedem schmeckt, der ihn probiert. Mehr kann man sich nicht wünschen.
 

Und wenn es um den Geschmack der Kunden geht – kann sich dieser auch unterscheiden je nachdem, ob ihr Kunde ein Mann oder eine Frau ist?

 
Nein. Es hängt vom kulturellen Hintergrund und der Erziehung ab, ob sich jemand für Wein, Bier oder ein anderes Getränk entscheidet. Unsere Kunden sind ja keine sklavischen Konsumenten, sie sind nicht gefangen im Netz der Marken und Moden. Im Gegenteil, sie sind verantwortungsvolle Konsumenten, sie trinken unseren Wein, weil er ihnen schmeckt und weil sie sich um ihre Gesundheit und die Natur sorgen. Wenn sie unsere Wein kaufen, wissen sie, dass sie damit in die Natur investieren, sie wissen um unsere Anbaumethoden und die Verarbeitung. Alle gehören wir zu jener großen Familie, die das Land und die Region liebt und die Weinherstellung als Handwerk pflegt..
 

In Ihrer Kellerei werden ökologische Weine hergestellt – welche Vorstellung haben Sie vom Markt und der Wirtschaftlichkeit ihrer Produkte?

 
Im Moment befindet sich der Markt im Aufschwung, da die Menschen sich ihrer Umwelt und der Verschmutzung bewusst werden.
 

Jetzt hat der Konsum von Wein aber nachgelassen. Denken Sie, dass es noch einen Markt gibt, der es erlaubt, ökologische Weine herzustellen und zu verkaufen?

 
In Spanien nicht so sehr wie im Ausland, aber auch hier ist der Markt für ökologische Weine im Kommen.
Erzählen Sie uns von Ihrer Wahrnehmung der jungen Leute auf dem Land und von der Bedeutung dieser Gruppe besonders für die Agrarwelt.
Unsere Gesellschaft zweifelt am Wert des Landes und der ländlichen Gegenden. Doch wir irren uns und das kommt unsere Gesellschaft teuer zu stehen. Wenn von den großen, verschwenderischen Investitionen in die Städte, in die Infrastruktur, in die Industrie, in die Wirtschaft und in den öffentlichen Dienst nur etwas in das Land investiert würde, würde uns das  einen großen Schritt weiterbringen. Dann gäbe es viele Menschen, die ihr Land nicht aufgeben müssten, um ihr Geld in den Städten zu verdienen.
Es ist ein richtiges Desaster, unsere schnelllebige Gesellschaft hat nicht bedacht, was uns bevorsteht wenn wir das Land aufgeben. Mit der Abwanderung in die Städte entsteht eine Entwurzelung der Bevölkerung. Große Städte lassen sich nur unzureichend versorgen, weil sowohl die Quantität als auch die Qualität der Produkte verlorengeht. Ich kann keine exakten Zahlen nennen, aber hunderte landwirtschaftlicher Betriebe in Castilla und León sind schon aufgegeben worden. Wir sind dabei, unsere Wurzeln zu verlieren, unsere gesunde Art zu leben, die mediterrane Ernährung, den Wein, unsere Traditionen, unser Kunsthandwerk, die Kenntnisse, um landwirtschaftliche Produkte anzubauen und zu züchten. Der Massenanbau ist Produktion nach Quantität, niemand denkt an die Qualität. Wir verlieren die Vielfalt unserer heimischen Arten, die an das Klima angepasst sind und die man nicht verändern muss, um eine sehr hohe Qualität zu erreichen. Ich denke, wir müssen um lernen und neue Möglichkeiten finden, um landwirtschaftliche Produkte rentabel zu machen. Wir müssen neue Wege finden, um die Hoffnung der jungen Leute auf dem Land zu wecken, um  ihnen nicht nur die wirtschaftliche Rentabilität vor Augen zu führen, sondern auch die Lebensqualität und das Wohlbefinden.
 

Was hat Ihnen der Preis der `Fundación Biodiversidad` bedeutet ?

 
Der Preis war etwas sehr Erfreuliches, nicht nur für uns persönlich. Es ist eine Auszeichnung, die uns verliehen wurde für die Rückeroberung einer an sich wenig fruchtbaren, trockenen und wenig produktiven Zone durch die Anpflanzung von heimischen Rebsorten nach ökologisch nachhaltigen Kriterien. Damit haben wir die Biodiversität  der regionalen Flora und Fauna verbessert und die Erholung aussterbender Arten auf natürliche Weise unterstützt, ohne die Böden zu belasten. Für uns ist außerdem sehr wichtig, dass wir ein Produkt erhalten, welches gesund und von hoher Qualität ist. Es macht uns stolz, dass wir wahrgenommen werden und als gutes Beispiel gelten für andere Menschen und andere Landwirte, wenn es um die Umwelt und die Vermeidung von Verschmutzung geht.