Château La Canorgue

Château La Canorgue

Château La Canorgue

Jean Pierre, Martine Margan haben 1970 mit viel Idealismus und Fleiß damit angefangen, das von Martine's Vorfahren übernommene Château La Canorgue in ein mustergültiges Bioweingut zu verwandeln. 

Im Gegensatz zu vielen Weingütern die Château genannt werden, vermittelte es tatsächlich den Eindruck eines Château. Allerdings befand es sich in einem desolaten Zustand. Nur mit Einschränkungen konnte ein kleiner Teil davon von Martin und Jean Pierre Margan bewohnt werden.

Wer jemals ein altes Gebäude renoviert hat, kann sich vorstellen, welche Mühe und welchen finanziellen Aufwand es erforderte, dieses Vorhaben ohne Bankguthaben zu bewältigen. Jean Pierre vermittelte vormittags Versicherungsverträge und Martine arbeitete im Krankenhaus um die benötigten Mittel zu beschaffen. Nachmittags wurden die seit vielen Jahren nicht mehr gepflegten Reben in den Weinbergen zurückgeschnitten, oder wenn sie nicht mehr zu gebrauchen waren, gerodet und nach und nach mit jungen Reben ersetzt.

An eine Traubenernte die ausgereicht hätte den ersten Ein zu keltern, war zunächst nicht zu denken. Es wäre damals auch nicht möglich gewesen, sie in den Weinkellern des Château ohne vorherige Modernisierung zu verarbeiten. Aber das sollte sich bald ändern.

Das Weinbaugebiet Luberon besaß damals keinen besonders guten Ruf in Frankreich. Das war auch nicht verwunderlich, denn die Erntemengen von 60 bis 70 hl/Hektar konnten nur mit viel Chemie und Düngemittel erreicht werden. Währenddessen begnügte man sich auf dem Château La Canorgue mit 30 bis 35 hl/Hektar. Folglich waren sie wesentlich besser und geschmacksintensiver als die der benachbarten Weingüter. Und dazu auch noch BIO. Was für eine Revolution in einer Zeit als der konventionelle Weinbau auf fast 100 % der gesamten Weinbaufläche betrieben wurde.

Bereits 1987 wurden die Margans vom Wein & Gastroführer Gault-Millau aufgrund ihrer vorzüglichen Bioweine zu Winzern des Jahres gewählt. Unzählige Auszeichnungen und Medaillen von Weinwettbewerben in Paris, Macon, Avignon, und von der Weinpresse u.a. Coup de Coeur vom Guide Hachette  oder der Revue des Vins de France folgten alljährlich. Ein Beweis für die Zuverlässigkeit des Château La Canorgue und der Arbeit in den Weinbergen und im Weinkeller. 

Wenig später wurde die Tochter von Jean Pierre und Martine Margan geboren und auf den Namen Nathalie getauft. Wir sahen Nathalie einige Jahre später als wir zu einem unvergesslichen Abendessen eingeladen waren. Es war ein warmer Sommerabend im rückwärtigen Hof des Château, von dem man einen wunderbaren Blick den golden glänzenden, wie ein Amphitheater ansteigenden Weinberg hatte. 

Ursprünglich war es nicht Nathalies Absicht, sich dem Thema Wein zu widmen. Ihr Interesse galt dem Journalismus, das sie auch einige Zeit studienmäßig verfolgte. Schließlich widmete sie sich zunehmend dem Weingut und der Weinerzeugung. Bald folgte ihr erster, selbst erzeugter Biowein aus Syrah, Grenache, Mourvedre, der seitdem Cuvée Nathalie genannt wird. Während einer langen Einarbeitungszeit übernahm sie stetig mehr Verantwortung und führt heute das Château la Canorgue selbstständig, wobei Sie immer noch gerne auf den Rat Ihres Vaters hört.

Der auf dem Château La Canorgue gedrehte Film Ein gutes Jahr" mit Russel Crowe in der Hauptrolle, nach dem Buch von Peter Maile, in der Regie Ridley Scott, steigerte die Popularität und die Nachfrage nach den Bioweinen zusätzlich. Besonders der in einer romantischen Szene des Films servierte rote Biowein „Coin Perdu“ avancierte zum "Aushängeschild" und ist kaum noch erhältlich, auch weil die Ernteerträge der alten Reben immer kleiner werden. 

Wie bei all meinen vorherigen Besuchen des Château La Canorgue seit 1983 musste ich bereits bei der Einfahrt zum Weingut denken, ach, hier ist eines der schönsten Weingüter mit dem wir zusammenarbeiten. Und wie jedes Mal muss ich der Familie Margan Respekt und Anerkennung zollen für das was Sie seit 1970 nicht mit einem dicken Bankkonto, sondern mit harter Arbeit geschaffen haben.

Die Rebenfläche von 40 Hektar verteilt auf viele kleinere Parzellen ist harmonisch eingefügt in die traumhaft schöne Kulturlandschaft des Luberon, in der nicht nur Wein sondern auch Obst, Gemüse und Lavendel erzeugt wird. Der Bodenbearbeitung und der Pflege der Weinreben galt immer schon die ganze Aufmerksamkeit der Winzerfamilie. Nicht etwa um große Erntemengen, sondern höchste Qualität der Trauben, und damit auch der erzeugten Bioweine zu erzielen.

Mit dem Bau eines neuen Weinkellers, dessen Plan von Nathalie Margan entworfen wurde, erfolgte ein weiterer Schritt, die Weinbereitung noch präziser als bisher, aber auch schonender durchzuführen. Es wurde ein rundes, auf, beziehungsweise in einen Hang gebautes Gebäude. Vom Hang aus gesehen wirkt es sehr niedrig, die im Boden eingebauten Schächte sind jeweils über den darunter befindlichen Gär- und Lagertanks angeordnet. Diese Schächte können von den Fahrzeugen die die Trauben aus den Weinbergen befördern direkt angefahren durch die Schächte entladen werden. Die Trauben gelangen also auf schonende Weise durch Schwerkraft  und nicht durch Pumpen, oder mittels Förderschnecken oder Spindeln in die temperaturgeregelten Tanks aus Edelstahl. Die Arbeitsebene mit den Gär-und Lagertanks sind kreisförmig angeordnet und ca. 15 m unter der Ebene der Traubenanlieferung. Nathalie wollte damit kurze Wege von einem Tank zum anderen, und damit einen praktischeren und zeitsparenden Arbeitsablauf erreichen.

Die Appellation (Qualitätsweinbaugebiet) Luberon befindet sich sowohl auf der Nordseite des Luberongebirges, als auch auf der Südseite. Das Château La Canorgue unterhalb des typisch provenzalischen Dorfes Bonnieux, mit Ferienwohnungen, Hotels und guten Restaurants liegt auf der nördlichen Seite und profitiert in weinbaulicher Hinsicht von den ziemlich heftigen MIstralwinden, die nach länger anhaltenden Regenfällen von allen Winzern herbeigesehnt werden um die Trauben zu trocknen und den Mehltaubefall zu verhindern. Auf der südlichen Seite wirkt das dazwischen liegende Gebirge als Windbremse. Dies könnte der Grund dafür sein, dass die Bioweine des Château La Canorgue etwas feiner und eleganter sind, als Weine von der Südseite.

 

 

Château La Canorgue, Bioweine

 

 

 


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Beret Frog IGP de la Mediterranée, rot                                              

Beret Frog, IGP de la Mediterranée, rosé

Cuvée Prestige IGP de la Mediterranée, rot                                      

Côtes du Luberon, rot, Cuvée Nathalie

Côtes du Luberon rosé                                                                        

Côtes du Luberon, weiß

Côtes du Luberon, rot                                                  

Viognier, IGP de la Mediterranée, weiß                                            

 

 

 

Chateau_La_Canorgue_in_der_Abendsonne_Vorderansicht

Château La Canorgue, die Vorderseite in der Abenddämmerung 

 

Chateau_La_Canorgue_Jean_Pierre_Margan_am Tor_des_alten_Weinkellers   Chateau_La_Canorgue_Nathalie_Margan_die_Winzerin

Nathalie Margan, Château La Canorgue               Jean Pierre Margan am Tor des Alten Weinkellers        

 

Château_La_Canorgue_manuelle_Weinlese_ganz_in_der_Nähe_des_Weinguts

                                                      Château la Canorgue, manuelle Weinlese

 

 Chateau_La_Canorgue_Ein-Ausfahrt_für_Kunden

                                            Château La Canorgue, Ein/Ausfahrt für Kunden

 

Chateau_La_Canorgue_Verwaltungsgebäude_und_Verkaufsraum
        Gebäude mit Verkaufsraum für Privatkunden, sowie für die Verwaltung

Chateau_La_Canorgue_neuer_Weinkeller_obere_Etage_für_die_Traubenanlieferung

                Chateau La Canorgue, neuer Weinkeller, obere Etage für die Traubenanlieferung

 

Chateau_La_Canorgue_Weinkeller_untere_Etage_mit_Gär_und_Lagertanks

                   Château La Canorgue, Weinkeller, untere Etage mit Gär und Lagertanks

 

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