Biowein – von der Traubenernte bis ins Glas

Biowein – von der Traubenernte bis ins Glas

Dieser Weg beginnt mit der Weinlese und endet mit dem Füllen des Wein in Flaschen oder anderen Behältnissen.

Die manuelle Traubenernte

ist für die Qualtität eines Bioweins in nördlichen Regionen mit häufig auftretendem Regen und dadurch bedingten Pilzkrankeiten sowie Fäulnis der Trauben besonders wichtig. Von Pilzkrankheiten und Fäulnis befallene Trauben können per Hand aussortiert werden bevor sie mit gesundem Lesegut in Berührung kommen. 

Unerlässlich ist die manuelle Traubenernte jedoch für die Erzeugung besonders hochwertiger Bioweine auch in südlichen Regionen, denn auch hier reifen in einem Weinberg nicht alle Trauben gleichzeitig. Mit der manuellen Ernte ist es möglich, nur optimal reife Trauben zu ernten und die weniger reifen Trauben erst einige Tage später während eines zweiten oder 3. Erntedurchgangs zu ernten.

Im Idealfall werden die Trauben nicht in großen Erntewannen mit einem Fassungsvermögen von mehreren tausend Kilo eingesammelt und zur Weiterverarbeitung befördert. Darin würden die Trauben zerquetscht werden und ihr Saft oxydiert. Eine bessere, aber kostspieligere Alternative ist die Verwendung von kleinen stapelbaren Kisten.

Die Traubenernte mit Maschinen

wird für die Erzeugung von preisgünstigen Bioweinen durchgeführt. Erntemaschinen ernten alle Trauben im Weinberg gleichzeitig, unabhängig davon ob sie reif, unreif, schimmlig oder faul sind. Die Kombination Erntemaschine und Erntewannen für den Transport der Trauben ist ein untrennbares System mit dem die negativen Auswirkungen auf die Qualität der daraus gewonnenen Bioweine inkauf genommen wird. 

Weniger kritisch ist die Verwendung von Erntemaschinen in südlichen Weinbauregionen, weil dort Pilz-und Schimmelbefall weniger häufig ist als im Norden auftreten..

Bioweinbereitung - Vinifizierung

für die Vinifizierung von Biowein gibt es wie im konventionellen Weinbau gesetzliche Vorgaben die den Einsatz von Hilfsmitteln und Techniken einschränken. Erwähnenswert ist die Begrenzung der Schwefelung bei Bioweinen gegenüber konventionellen Weinen:

Schwefel (Sulphite) erlaubt Höschtwerte für Bioweine:
 

Trockene weiße Bioweine:

150 mg/l für Weine mit weniger als 2 g/l Restzucker und 170 mg/l für Weine mit 2 – 5 g/l Restzucker


Trockene rote Bioweine:

100 mg/l für Weine mit weniger als 2 g/l Restzuucker 120 mg/l für Weine mit 2 – 5 g/l Restzucker


Diese Werte werden von unseren Bioweinen aus Südeuropa weit unterboten!

Anmerkung:
Je schlechter die Qualität der Trauben (Schimmel, Fäulnis, Oxydation) umso höher ist der Bedarf an Schwefel.
Je süßer ein Wein, 
umso höher ist der Bedarf an Schwefel.
Weißweine benögiten mehr Schwefel als Rotweine.

 

            Folgende oenologische Praktiken und Behandlungen sind bei der Bioweinbereitung verboten:

  • Mostkonzentration durch Kühlverfahren

  • SO2 Ausscheidung durch physikalische Verfahren

  • Elektrodyalyse zur Stabilisierung der Weinsäure

  • Behandlung des Weins mit Kationenaustauscher zur Stabiliserung der Weinsäure

Folgende Produkte zur Bioweinerzeugung sind erlaubt, solange keine geeigneteren Techniken und Hilfsmittel zur Verfügung stehen:

  • Luft, Sauerstoff in Gasform zur Belüftung

  • Zentrifugier - Filterhilfsmittel: Perlite, Cellulose, Kieselguhr

  • Inerte Gase: Stickstoff, Kohlensäure, Argon

  • Zur Gärung: Reinzuchthefen, Di-ammonium Phosphate, Thiamin Hydrochlorid (Gärhilfmittel)

  • Schwefeldioxyd, Potassium Bisulphite oder Potassium Metabilsulphite

  • Holzkohle (Klärung)

  • Zur Klärung: Speisegelatine, Pflanzeneiweiss von Weizen oder Erbsen, Hausenblase, Eiweiß, Albumin, Tannine, Casein, Potassium Caseinat, Silikon Dioxyde, Bentonit, Pektolytische Enzyme

  • Zusatzstoffe und Behandlungsmittel: Milchsäure, Weinsäure, Aleppo Kiefernharz, L-Ascorbinsäure, Zitronensäure, Tannine, Gummi Arabicum, Potassium Bitartrate, Cupric citrat, Kupfersulphat, Eichenchips Potassium Alginate, Metaweinsäure


Bioweißweine 

Bioweißweine werden in der Regel von weißen Trauben, die eigentlich grün sind und durch Pressen einen hellen Saft mit mehr oder weniger grünlichen oder gelblichen Nuancen ergeben. Diese Art von Weißwein nennt man in Frankreich "blanc de blanc", die manchmal auch damit auf dem Flaschenetikett gekennzeichnet sind.

Da fast alle roten Traubensorten einen weißen Saft besitzen, kann Weißwein auch aus roten Trauben gewonnen werden, (blanc de noir). 

Für die Bereitung von Weißwein werden die Beeren der Trauben nach der Weinlese meist sofort von die Rispen getrennt und vergoren. In seltenen Fällen lässt man die Beeren in ihrem eigenen Saft einige Stunden mazerieren und erhält dadurch etwas kernigere Weine mit leichtem Tanningehalt und einem zart bitteren Nachgeschmack.
Lässt man Weißweine in Barriques reifen, nehmen diese einen etwas dunkleren Farbton und Aromen des Barriques an und verlieren etwas an Frische und Frucht. Die Lagerfähigkeit von Bioweißweine ist aufgrund des geringeren Gerbstoffgehalts meist etwas kürzer als bei Biorotwein.

Bio-Roséweine

Bio - Roséweine haben vermutlich ihren Ursprung in der Provence. Es wares lange Zeit einfache, preisgünstige und leicht zu trinkende, an Limonade erinnnernde Weine, die sehr gut gekühlt an der Strandbar oder zum Picnic zum Verkaufsschlager wärend der Sommermonate wurde.

Seitdem hat sich nicht  nur die Qualität von Roséwein aus dem Süden Frankreichs stark verbessert, sondern auch ihr Stil hat sich verändert. Unsere Bio-Roséweine sind trocken, frisch, fruchtig,manche leicht, andere mit vollmundiger,aber alle sehr geschmackvoll. Man sollte sie küjhl, jedoch nicht eiskalt servieren. Sie sind als Aperitif geeignet und als universeller Speisenbegleiter.

Roséwein ist kein Verschnitt von weißen und roten Weinen. Sie werden aus roten Trauben erzeugt deren Beeren wenige Stunden in der Maische mazerieren um die Farbstoffe aus den Beerenschalen zu lösen.

Wenn Sie Spaß an preisgünstigen Roséweinen haben möchten, sollten sie auf ihr Alter achten, sie sollten kaum älter als ein Jahr sein. Höherwertige Bio-Roséweine können Sie unbedenklich 2 - 4 Jahre lagern.


Bio-Rotweine

Für die Erzeugung von Biorotweinen werden in Europa je nach Region die seit Jahrhunderten einheimischen Rebsorten vorgeschrieben. In seltenen Fällen werden auch gebietsfremde, oder international bekannte Rebsorten zugelassen. 

Diese Regelung ermöglicht es, Weine mit gebietsspezifischen, durch Boden, Klima und Rebsorten geprägte Eigenschaften anzubieten. Ihr Grundcharakter kann sich aufgrund der individuellen Zusammensetzung einer Cuvée aus verschiedenen Traubensorten, der Erntemenge je Rebe, der Art der Weinbereitung und Weinreifung, sowie durch mikroklimatische Einflüsse von Jahr zu Jahr geringfügig unterscheiden.

In unseren Weinbeschreibungen finden Sie diese Informationen, die Ihnen eine Kaufentscheidung erleichtern können. Eine praktische Weinprobe zu Hause in gewohnter Umgebung ist natürlich wesentlich aufschlussreicher und macht mehr Spaß.

Die unterschiedlichen roten Farbtöne und der Gehalt an Gerbstoffen (Tannine) sind abhängig von den verwendeten Rebsorten und der Art und Dauer der Maischestand- und Gärzeit, aber auch der Mosttemperatur.
Da der Saft fast aller roten Traubensorten jedoch weiß ist, kann auch daraus Weißwein (blanc de noir) erzeugt werden.

Champagne 

Obwohl für die Champagnererzeugung zahlreiche Regelungen bestehen, lassen diese offensichtlich ausreichend Spielraum für unterschiedliche Qualitäten und stark unterschiedliche Preise. Hier einige der wichtigsten Vorschriften: Für die Champagnerproduktion dürfen nur die Rebsorten Chardonnay, Pinot Meunier und Pinot Noir in genau definierten Zonen innerhalb der Champagne angebaut werden. Diese Trauben dürfen nur in der Champagne gekeltert, vergoren und abgefüllt werden. Der maximale Ernteertrag liegt bei 13.000 kg/je Hektar Anbaufläche, er kann aber von den Behörden je nach Jahrgang erhöht werden. Doch nicht nur der Erntertrag, sondern auch die Ausbeute durch das Pressen sind geregelt. Aus 4.000 kg Trauben, das entspricht dem Fassungsvermögen einer in der Champagne traditionellen Korbpresse, darf nur 2.666 l Saft gepresst werden. Man unterscheidet diesen Saft nach seiner Güte und zwar:

1. Pressung (Cuvée) 2.666 Liter (beste Qualität)
2. Pressung (Première taille) 410 Liter (mittlere Qualität)
3. Pressung (deuxiéme taille) 205 l (schwache Qualität).

Zusätzliche Pressmengen dürfen nicht mehr für die Champagnererzeugung verwendet werden.
Für hochwertige Champagner wird oft nur die 1. Pressung verwendet, qualitätsbewußte Winzer verkaufen die 3. Pressung an andere Betriebe die weniger Wert auf Qualität, dafür auf niedrigere Preise achten.

Ein wichtiger Faktor für die Qualität eines Champagners sind die unterschiedlichen Weinbergslagen, also die Böden und die geographische Ausrichtung. Die besten Lagen (Grand Cru) befinden sich um Ambonnay, Buzy etc..Sie besitzen die hellsten, kalkhaltigsten Böden. Trauben aus diesen Lagen erzielen die höchsten Preise. Dagegen sind sowohl die Grundstückspreise für Weinbauflächen als auch die Trauben aus der südlichen Champagneum Bar sur Aube und Bar sur Seine wesentlich günstiger als die der Montagne de Reims, um Epernay oder an der Marne. Von Traditionalisten wirddie südliche Champagne als nicht zur Champagne gehörend betrachtet.

Champagne - Die Bereitung der Grundweine
unterscheidet sich in der Champagne nicht von der in anderer Regionen. Der erste Schritt der Champagnererzeugung beginnt mit der Vorbereitung für die 2. Gärung in der Flasche. Dem Stillwein wird Hefe und Zucker zugesetzt, in Flaschen gefüllt, verkorkt (mit Bügelverschluss, oder mit einem Kronkorken) verschlossen, mit dem Flaschenhals nach unten (bei handwerklicher Arbeitsweise) in ein Rüttelpult gesetzt und mehrere Wochen so lange gedreht, bis sich die Hefe langsam vom Flaschenrand in den Flaschenhals bewegt. Dort bildet sich ein Hefepfropfen, der nach Beendigung der Flaschegärung entfernt wird. Danach wird die fehlende Menge mit einem Champagner der gleichen Produktion aufgefüllt (Brut de brut, nature), oder mit einer Dosage (Zucker und Wein) je nach beabsichtigter Geschmacksrichtung versehen. All diese Regeln gelten auch für die Bio-Champagner von Francoise Bedel.

Champagner-Rebsorten und ihre Eigenschaften

Chardonnay: Diese Rebsorte verleiht einem Champagner eine gewisse Leichtigkeit, Eleganz, Feinheit und Frische.

Pinot Noir: Sie bringt sichere Erträge, Fülle, Kraft und Struktur.

Pinot Meunier (Schwarzriesling): sie ist eine widerstandsähige Sorte, die gut in nördliches Klima passt, da sie spät austreibt und blüht und somit den Frühjahrsfrösten entgeht. Sie besitzt schöne fruchtige Aromen, eine leichte Säure und Frische.


Sekt - Schaumwein - Mousseux - Cremant - Cava

besteht je nach Herkunft aus unterschiedlichen Rebsorten die, soweit unsere Produkte betroffen sind in ähnlicher Weise wie Champagner, also mit der 2. Gärung in Flaschen erzeugt werden.

Prosecco Spumante (Schaumwein) und Prosecco Frizzante (Perlwein)

Prosecco wird aus der Rebsorte Glera erzeugt. Die 2. Gärung erfolgt in der Regel nicht in der Flasche sondern in Drucktanks. Sie dauert zwischen 2 und Wochen. Mit zunehmender Dauer der Gärung wird die entstehende Kohlesäure besser in der Flüssigkeit gebunden, es perlt im Glas feiner und anhaltender. Prosecco Spumante ist in Deutschland sektsteuerpflichtig (€ 1,02 zuzüglich MWST)

Prosecco Frizzante

Prosecco Frizzante gärt nur wenige Tage, die Perlung ist oft ungestümer und ebbt schneller ab als bei Spumante. Billigstprodukten wird anstelle der 2. Gärung nur mit Kohlensäure versetzt (wie Mineralwasser). Frizzante ist nicht sektsteuerpflichtig.

 

Biowein in Bag in Box

Biowein in Bag in Box funktioniert so wie man es bereits vor mehreren tausend Jahren gemacht hat. Damals dienten Beutel aus Ziegenhäuten als Transportbehälter für Flüssigkeiten. Neu am heutigen Bag in Box-System ist die Beschaffenheit der Materialien, die hygienisch einwandfrei, lebensmitteltauglich, säurebeständig, luftdicht und wasserdicht sind.Die Beutel für Wein oder Saft bestehen aus einem Folienverbundmaterial (Aluminium, Polyethylen), die an einem Ende mit einem Auslaufventil versehen sind, aus dem die Flüssigkeit entnommen werden kann.

Für einen sicheren Transport wird der Beutel in einen stabilen Karton verpackt, der mit einer vorgestanzten Öffnung für das Ventil des Beutels versehen ist.

Zugegeben, diese Verpackungsart für Wein mag Weinkenner die das Geräusch des Entkorkens einer Weinflasche lieben, veranlassen, die Nase zu rümpfen. Weine im Bag in Box können in puncto Qualität natürlich nicht mit einem Premier Grand Cru mithalten, dazu sind sie auch nicht vorgesehen.

Wenn man jedoch gute Bioweine in Bag in Boxes füllen lässt wie biowein-pur es tut, dann bieten sie viel Genuss für wenig Geld!

Davon abgesehen, gibt es viele gute Gründe, sich für den Kauf von Biowein im Bag in Box zu entscheiden:

  • Bei gleicher Qualität und Menge kostet Biowein im Bag in Box wesentlich weniger als in Flaschen, denn

  • Die Verpackung und das handling kostet weniger

  • Das Transportgewicht ist niedriger und dadurch billiger und umweltfreundlicher

  • Biowein kann in beliebiger Menge aus dem Bag in Box entnommen werden, es gibt keine Reste in Flaschen und man muss ein Flasche nicht leer trinken, oder den Rest wegleeren.

  • Biowein im Bag in Box hält in angebrochenem Zustand und bei kühler Temperatur bis zu 8 Wochen. Bitte achten Sie darauf, dass das Ventil immer mit Wein bedeckt ist, damit keine Luft durch das Ventil in den Beutel gelangen kann!

  • Biowein im Bag in Box benötigt wenig Platz in Ihrem Zuhause

  • Bag in Box – Verpackungen können umweltfreundlich entsorgt werden.

 

Koscherer Wein 

einige Kriterien die für die Erzeugung von Biowein angewendet werden müssen, treffen auch auf die Erzeugung koscherer Weine zu. Aber es müssen noch zusätzliche Regeln eingehalten werden um koschere Weine zu erzeugen:

Koschere Weine dürfen nur aus Trauben von Reben gekeltert werden, die älter als 4 Jahre sind.- In einem Weinberg in dem Trauben für koschere Weine wachsen, muss nach sechs aufeinander folgenden Erntejahren ein Schabbatjahr eingehalten werden in dem die Trauben nicht gelesen werden dürfen. Dieses Schabbatjahr dient den Weinreben und dem Boden zur Regeneration.

- Im Weinberg dürfen keine anderen Nutzpflanzen angebaut werden.
- Reben, die Trauben für koschere Weine liefern, dürfen zwei Monate vor der Weinlese nicht mehr mit organischen
  Düngemitteln gedüngt werden 
- die Gärung koscherer Weine darf nur mit den auf den Trauben befindlichen natürlichen Hefen und nicht mit künstlichen
  Hefen 
und anderen Gärhilfsmittel erfolgen. Dies bedeutet, dass Trauben und Reben im Weinberg nicht mit Fungiziden
  behandelt werden dürfen.

- Maische- und Gärbehälter müssen aus rostfreiem Edelstahl bestehen.
- Alle Maschinen und Arbeitsgeräte die für die Erzeugung koscherer Weine eingesetzt werden, müssen unter Aufsicht eines 
  Rabbiners gereinigt werden.
- Im Weinkeller dürfen bei der Weinbereitung nur Personen beschäftigt werden, die den Schabbat einhalten.
- Für die Vinifizierung koscherer Weine dürfen keine Enzyme und Bakterien zugesetzt werden.
- Zur Klärung koscherer Weine dürfen keine Blutpräparate, keine Gelatine und kein Kasein, sondern nur Bentonit
  (Gesteinsmehl) und zur Filterung nur Zellulosefilter verwendet werden.

- Koschere Weine müssen stets in neue Flaschen gefüllt werden, eine mehrmalige Wiederverwendung von Flaschen ist nicht
  zulässig.

- 1 % der gesamten Weinerzeugung muss an Bedürftige kostenlos abgegeben und darf nicht verkauft werden.

Der Begriff "koscher" bezeichnet in der jüdischen Religion Speisen und Getränke die nach genau festgelegten Kriterien erzeugt werden müssen. Er bedeutet "sauber ", "einwandfrei". Als die Regeln für koschere Weine vor vielen hundert Jahren festgelegt wurden, war die Verwendung von giftigen Spritzmitteln Im Weinbau noch völlig unbekannt und deshalb unterliegen koschere Weine keiner Einschränkung was den Einsatz von gesundheits- und umweltschädlichen Herbiziden und Insektiziden betrifft. Im erweiterten Sinne von koscher (sauber) sollten koschere Weine auch Bioweine sein.

Bioweine kaufen

Bioweinhändler können, bzw. sollten ein Bindeglied zwischen Bioweinerzeugern und Bioweinkonsumenten sein und dabei die Interessen beider Gruppen vertreten. Dies ist nur mit profundem Weinwissen und der Berücksichtigung von ökologischen und sozialen Aspekten, sowie dem direkten Kontakt mit den Biowinzern möglich, so wie es Biowein-Pur seit 1983 praktiziert.

Biowein – Eigenmarken - Bei Biowein-pur gibt es keine Eigenmarken, sondern ausschließlich Original Weingutabfüllungen!

So werden Bioweine bezeichnet, die ein Händler bei einem Weingut nicht in Flaschen mit dem Etikett des Winzers, sondern "offen" vom Fass, also als "Bulk" kauft, von einem Tanklastzug nach Deutschland transportieren, in Flaschen füllen lässt und mit eigenen Etiketten beklebt. Gründe für diese Handlungsweise liegen oft darin, dass Händler die Notlage der Winzer in Form von unverkauften großen Mengen Fassweine kurz vor der neuen Ernte ausnützen und weit unter dem Gestehungspresi einkaufen. Diese Handlungsweise steigert den Gewinn des Händlers zu Lasten des Winzers und der Weinqualität. Denn Winzer füllen ihre besseren Weine in ihre Flaschen mit eigenen Etiketten. Zudem leidet die Qualität der Weine auf dem Weg vom Weingut bis zum Abfüllbetrieb durch mehrmaliges Umpumpen (Luftkontakt, Essigbakterien), wodurch nochmaliges Filtern, Schönen und stabilisieren (Schwefeln) erforderlich wird. Manche auf dem Markt befindliche Biowein Eigenmarken enthalten mehr Schwefel als von der neuen Bioweinverordnung vorgesehen ist. Auf den Etiketten ist die Herkunft der Weine nicht nachvollziehbar.
 

Bioweintransport aus Übersee

ist es nicht etwas kurzsichtig, wenn man als Bioweinhändler und Bioweintrinker nur an die positiven Aspekte des Bioweinanbaus ohne Chemikalien, oder des Bioweingenießens denkt, ohne die Umweltbelastung zu berücksichtigen, die auf dem Transportweg erfolgt? Nachdem nun ein UN Bericht von einer dreimal höheren Treibhausgas-Emission beim Warentransport auf den Weltmeeren ausgeht als bisher angenommen, erscheint der Import von Biowein aus Südafrika, Australien, Neuseeland, Argentinien, Chile oder Kalifornien noch weniger sinnvoll als bisher. Da bei der Verbrennung von Schiffsdiesel (Schweröl) zusätzlich 45 g Schwefel je kg Schiffdiesel, sowie Ruß, Feinstaub und Stickoxide in die Luft gepustet werden, wird dieser Treibstoff als der schmutzigste überhaupt angesehen. (Quelle: DIE ZEIT vom 07.04.2011)

Aufgrund dieser neuen Erkenntnisse entstehen beim Transport einer Flasche Wein (1,4 kg) folgende CO2 – Emissionen:

Toskana – Tübingen 1.000 km 280 g
Südafrika – Hamburg – Tübingen 10.000 + 1.500 km 910 g
Australien – Hamburg – Tübingen 20.000 + 1.500 km 1.400 g
Chile – Hamburg – Tübingen 15.000 + 1.500 km 1.155 g
Kalifornien – Hamburg – Tübingen 13.000 + 1.500 km 1.057 g
Argentinien – Hamburg – Tübingen 12.000 + 1.500 km 1.008 g

Als Berechnungsgrundlage bedienten wir uns der Internetseite http://www.co2-emissionen-vergleichen.de/ und multiplizierten die Werte mit 3. Angesichts dieser hohen Umweltbelastung scheint unsere bereits vor Jahren getroffene Entscheidung, keine Bioweine aus Übersee zu importieren, erweist sich so lange als richtig, bis jemand dafür Segelschiffe verwenden würde.
Bei Biowein-pur gibt es deshalb keine Weine aus Übersee.

Bioweine lagern

Schätzen Sie sich glücklich, wenn Sie einen gemauerten Keller mit Naturboden Ihr Eigen nennen. Dieser regelt sowohl die Temperatur als auch die Luftfeuchtigkeit. Möglicherweise kann darin die Luftfeuchtigkeit im Sommer so hoch sein, dass sich die Etiketten von der Flasche lösen. Dann lüften Sie einfach regelmäßig durchs Kellerfenster, die Feuchtigkeit wird abnehmen und die Raumtemperatur nur wenig ansteigen. Im Winter wird die Luft- feuchtigkeit eher niedrig sein, denn da zieht entweder die Heizung im Keller oder die beheizten Räume im Obergeschoss die feuchte Luft ab. In neuen Gebäuden sind die Keller betoniert und die Luftfeuchtigkeit ist in der Regel so niedrig, dass Naturkorken in stehend gelagerten Weinflaschen schrumpfen und Luft in die Flaschen gelangen kann, (nur feuchte Korken sind dicht) die den Inhalt vorzeitig oxydieren lässt. Diese Gefahr kann man Biowein größer sein, weil diese in der Regel weniger Schwefel enthalten als konventionelle Weine. Ob liegend gelagerte Weinflaschen einem höheren Risiko ausgesetzt sind, Korkgeruch und Geschmack annehmnen - was nur einzelne Flaschen betreffen würde - oder ob alle stehend gelagerten Weine gleichzeitig durch Oxydation gefährdet sind, wäre abzuwägen. Hierzu ist anzumerken, dass gute Weine bereits in den Weingütern mehrere Monate liegend gelagert werden, bevor sie auf den Markt gebracht werden. Diese Zeit würde ausreichen, sie mit schadhaften Korken zu infizieren und zu verderben.

Bei Weinen, die jung getrunken oder nicht lange gelagert werden, ist die Frage, ob liegend oder stehend, ohne Bedeutung.
Unsere Empfehlung lautet: ruhig, dunkel, liegend, bei maximal 18 ° C ohne Tag- und Nachtschwankungen lagern. Je höher die Lagertemperatur, umso kürzer ist die Lagerfähigkeit von Wein. Da Bioweine in der Regel wesentlich weniger SO2 enthalten, kann deren Lagerfähigkeit beeinträchtig sein. Bitte richten Sie sich an unsere Trinkempfehlungen die wir fast bei allen unserer Bioweine angeben.

Ein Weinklimaschrank kann einen kühlen Keller ersetzen. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen und Preislagen.