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Chateau Mazeyres, Pomerol

Chateau Mazeyres, Pomerol

Alain Moueix erbte das Château Mazeyeres 2001 von seinen Vorfahren, einer Familie die ursprünglich als Weinhandelunternehmer (Négociant) begann und heute zahlreiche bordelaiser Weingüter vor allem in Saint Emilion und Pomerol, aber auch im Médoc sowie in Kalifornien besitzt.

Gleichzeitig übernahm er das Château Fonroque in Saint Emilion, das er gleichzeitig führte.

 

 

Als Agraringenieur und Önologe setzte er von Anfang an auf die biologische Intelligenz der Natur um sie zur Verbesserung seiner Weine zu nutzen und so wenig wie möglich in den natürlichen Kreislauf störend einzugreifen, sondern sie mit biodynamischen Methoden zu unterstützen. Während ihrer pragmatischen Anwendung spürt er wie Böden und Reben positiv darauf reagieren.

Im Jahr 2006 wurde Château Fonroque und Château Mazeyres biozertifiziert und zwei Jahre später erfolgt die Zertifizierung als biodynamisches Weingüt durch den französischen Verband biodyvin.

Die Förderung der harmonischen Schwingung seiner 18 Hektar großen Weinberge, die zu 80 % mit Merlot und 20 % Cabernet Franc bestockt sind, ist für Alain Moueix eine absolute Priorität. Seine große Aufmerksamkeit für die Nachhaltigkeit von Böden und für die Entwicklung des Terroirs wächst weiterhin während der Untersuchung biologischer Phänomene und ihrer pragmatischen Anwendung. Fortan ist es das Ziel, durch bewusste Methoden die Brillanz und Ausgewogenheit der Weine hervorzuheben. Achtzehn Jahre Zusammenarbeit mit dem Bordeaux-Weinhandel und ebenso viele Jahre enthusiastischer und forschender Arbeit haben dazu geführt, dass sich das Anwesen und seine Bewohner und Mitarbeiter in Richtung einer Umstellung auf ökologischen Landbau und dann auf biodynamische Landwirtschaft entwickelt haben. Ein geduldiges und leidenschaftliches Abenteuer, das diesem charmanten Anwesen den Status des allerersten Grand Cru Classé mit Biodynamik-Zertifizierung verleiht. Es entsteht ein sehr großartiger Saint-Émilion-Wein, dessen internationaler Einfluss und Anerkennung ständig wächst.

Während die Ernte offensichtlich einen grundlegenden Schritt darstellt, dessen natürliche Nachhaltigkeit unsere Freude an der zyklischen Vermehrung der besten Trauben verstärkt, bestimmt der nächste Schritt, die Weinbereitung, sehr schnell seinen täglichen Rhythmus. Es erfordert einfache Gesten und feine Entscheidungen im Alltag, um die Trauben für die Reifung in Behältern unterschiedlicher Form, Beschaffenheit und Größe, je nach Weingut  und Terroir, vorzubereiten. Später, vor der Abfüllung des Weins sind die einzelnen, getrennt nach Rebsorte und Parzellen ausgebauten Weine zu analisisieren und zu einer Cuvée zusammenzustellen. Dieser Moment erfordert höchse Konzenration und ist der kreativse von allen, denn es geht darum vorherzusagen, wie sich eine Cuvée in 5, 10 oder mehr Jahren entwickeln wird.

Die anschließende Reise führt unter die Haut der Menschen und nichts könnte für einen Winzer inspirierender sein, als zur Sinnesmagie beizutragen, die das Leben mit sich bringt.
„Die Weinherstellung folgt ziemlich strengen Regeln, die den Winzern wohlbekannt sind. Aber der Gehorsam gegenüber bereits erprobten Gesetzen darf niemals dazu führen, dass wir die möglichen Erfindungen aus den Augen verlieren, die versuchen, in traditionelle Praktiken einzugreifen, um sie weiterzuentwickeln. In dieser Phase wie auch in anderen beobachten wir immer unsere Arbeit und ihre Auswirkungen, mit einem gewissen Maß an Offenheit für das, was Neues hervorbringen könnte.

Fragen der Evolution und Anpassung bestimmen heute das Leben des Château Fonroque  und seine Zukunft, zu dem auch das Châteaux Mazeyres gehört. Sie hat auch Alain Moueix 2017 eingeholt, der das Weingut an die Familie Guillard aus Nantes verkauft hat. Seitdem ist er dort als Verwalter tätig, berät und betreut jedoch auch andere Weingüter auf dem Weg zum biologischen und biodynamischem Weinbau.

Der Grund für den Verkauf soll das fehlende Kapital gewesen sein, um das Chateau Fonroque und das Château Mazeyres, also seine Kelleranlage zu modernisieren und um einen Teil der Weinberge neu zu bepflanzen. Ausserdem wollte eine Tante, die ebenfalls Anteile daran hatte, ausbezahlt werden.