Weinbegriffe von A bis Z, Biowein [pur] Hartl

Weinbegriffe von A bis Z, Biowein [pur] Hartl

 

  • Abocado: Spanische Bezeichnung für einen halbsüßen Wein.
  • Agraffe: Ein Drahtgeflecht das den Korken in Champagner- und Schaumweinflaschen gegen den in der Flasche befindlichen Druck festhält.
  • Asti: Stadt und Weinbauregion im Piemont, westlich von Asti gelegen.
  • Alkohol: Da der natürliche Alkoholgehalt in Wein aufgrund der Klimaveränderung zunimmt, rate ich Ihnen, die in südlichen Ländern übliche Trinkweise zu übernehmen: guten, als Speisenbegleiter passenden Biowein zu genießen und zwischen jedem Schluck Wein einen Schluck Wasser zu trinken.
  • Appellation d'Origine Contrôlée: (abgekürzt AC, AOC wird seit 2009 ersetzt durch AOP (Appellation d'Origine Protégé) und ist die französische Bezeichnung für Qualitätsweine mit kontrollierter bzw. geschützter Herkunftsbezeichnung). Die Herkunft wird durch den Namen des Anbaugebiets (zum Beispiel „Chablis, Bourgogne, Alsace, Côtes du Rhône, Côtes du Luberon, Côtes de Provence, Côteaux d'Aix en Provence, Côteaux du Languedoc, Bordeaux, Saint Emilion, Montagne Saint Emilion, Pomerol, Medoc, Champagne A.C“, des Bereichs, der Gemeinde, der Lage garantiert. Damit verbunden sind der Qualität dienende Vorschriften:
  • Je Hektar darf eine bestimmte Anzahl von Rebstöcken nicht unterschritten werden.
  • Zur Erzeugung von AC, AOP Weinen dürfen nur bestimmte Rebsorten verwendet werden.
  • Es sind nur bestimmte Arten des Rebschnitts zugelassen.
  • Der Höchstertrag je Hektar Rebenfläche ist genau vorgeschrieben.
  • Die Weine müssen einen bestimmten natürlichen Mindestalkoholgehalt erreichen.
  • AOC und AOP-Weine unterliegen einer amtlichen Qualitätskontrolle nach der sie zum Verkauf freigegeben werden.
  • Assemblage: französischer Begriff für das Zusammenfügen (Verschneiden) von Weinen aus unterschiedlichen Lagen, bzw. zwei oder mehreren sortenreinen Rebsorten zu einer Cuvée. Die Assemblage wird auch bei der Champagnererzeugung, sowie bei der Cognac-oder Calvados-Erzeugung angewandt.
  • Asti: Stadt und Weinbauregion im Piemont, südlich von Turin. Sehr bekannt sind Barbera d'Asti, ein Rotwein aus der Barbera-Traube, die je nach Erntemenge und Sorgfalt bei der Weinbereitung mittelmäßige bis hochwertig sein können. Negativ besetzt ist der Name Asti durch ein Produkt das Asti Spumanti genannt wird und ein süßer Schaumwein ist.
  • Barrique: 225 Liter fassendes Weinfass aus Eichenholz, das im Inneren "getoastet", also durch ein Feuer unterschiedlich stark angebrannt (wie Toastbrot) ist und darin gereiften Weinen ein rauchiges Aroma verleiht.
  • Batonnage: Französischer Begriff abgeleitet von bâton, bâtonnet (Stock, Rührstock). Mit einem Rührstock wird die nach der alkoholischen Gärung im Wein belassene Fein-Hefe während der Fassreifung des Weins regelmäßig aufgerührt. Dabei werden Aminosäuren, Nucleinsäure, Fettsäuren, Polysaccharide und Eiweiße während der Hefeautolyse freigesetzt und reichern sich im Wein an. Die Batonnage trägt zur Intensivierung von Aromen und Geschmack der Weine bei, sie wirken kraftvoller und harmonischer, bei gerbstoffreicheren Rotweinen verringert sich die Adstringenz. Durch die Batonnage wird eine antioxidative Wirkung erzielt, die dazu beträgt, Weißweine vor der Braunfärbung zu schützen, was vor allem bei Bioweinen mit geringem SO2 Gehalt von Vorteil ist. Durch die Batonnage können auch Rückstände von Kupfer im Wein an die Fein-Hefe gebunden und als Sediment während oder am Ende der Fassreife entfernt werden.
  • Biologischer Säureabbau: Sie ist eine durch Bakterien verursachte Gärung, die erst nach beendeter alkoholischer Gärung einsetzen soll. In natürlich klimatisierten Kellern beginnt sie im Idealfall von alleine mit der im Frühjahr ansteigenden Temperatur. Sollte der biologische Säureabbau ausbleiben, kann sie durch Zugabe von Bakterienkulturen in Gang gebracht werden. Durch den biologischen Säureabbau, auch Milchsäuregärung oder malolaktische Gärung genannt, wird die im Wein enthaltene aggressive Apfelsäure in Milchsäure umgewandelt.
  • Brut: Geschmacksbezeichnung für Perlweine, Prosecco Frizzante, Prosecco Spumante, Spumante, Cava, Cremant, Champagne, Sekt. Ihr Restzuckergehalt beträgt maximal 12 g/l.
  • Brut Nature: Geschmacksbezeichnung für Schaumweine, Champagne, Prosecco Spumante Restzuckergehalt beträgt maximal 3 g/l.
  • Chambrieren: Ein Begriff abgeleitet aus der französischen Sprache (Chambre = Zimmer), der den Vorgang der langsamen Temperaturangleichung eines Weins an die Zimmertemperatur (je nach Weinart 15 bis 19° C) beschreibt.
  • Chaptalisieren: Zur Erhöhung des Alkoholgehalts im Wein darf Traubenmost mit Rübenzucker oder Traubenmostkonzentrat vor der Gärung chaptalisiert (angereichert) werden. Jedes Weinbauland setzt dafür unterschiedlich hohe Grenzwerte fest. Bei ordentlichem und qualitätsbezogenem Weinbau und entsprechender Ertragsbegrenzung können jedoch so hohe Zuckerwert in den Trauben erreicht werden, die ausreichen um die Mindestalkoholwerte für Qualitätsweine zu erreichen und zu übertreffen. Unsere Biowinzer beweisen dies von Jahr zu Jahr.
  • Charmat: Beim Charmat-Verfahren erfolgt die zweite Gärung nicht in der Flasche, sondern in einem Drucktank. Dieser Verfahren wird bei guten Prosecci Frizzante, Proescco Spumante, bei preisgünstigerem Sekt und anderen Schaumweinen angewendet.
  • Château: Bezeichnung eines Weinbaubetriebs in Frankreich. Es dürfen nur Qualitätsweine mit der Bezeichnung „Chateau“ etikettiert werden, wenn Die Trauben für den Wein aus den Weinbergen des Weinguts stammen und die Weine auf dem Weingut erzeugt und dort in Flaschen gefüllt wurden.
  • Chips im Wein: Als Chips werden geröstete, getoastete Eichenspäne bezeichnet, die für einige Zeit zusammen mit Weine in Tanks lagert, um Weinen die Aromen zu vermitteln, die Sie bei einer Reifung in Barriques annehmen würden. Da Chips billiger herzustellen sind als Barriques, ist dies eine Methode, Weinkäufer zu täuschen.
  • Cosecha: (Spanien) Weinlese, Erntejahr, Jahrgang auf dem Weinetikett.
  • Cremant: französische Qualitätsschaumweine mit besonders hohen Qualitätsanforderungen, langer Flaschengärung und A.C. Statut, z.B. Loire, Limoux, Alsace, Bordeaux, Bourgogne.
  • Crianza: (Spanien) Weine im dritten Jahr ihrer Reife, die mindestens 6 bzw. 12 Monate im Fass (Barrique) und bis zu 2 Jahre in der Flasche gereift sind.
  • Cru: Bezeichnung für einen Wein aus einer Lage oder aus einer besonderen Weinbereitung.
  • Cryo-Extraktion: Modernes Verfahren, dem Most Wasser zu entziehen um dichtere, konzentrierte Weine zu erzeugen, ohne dafür Arbeitszeit für die „Grüne Ernte“, bzw. eine Ertragsreduzierung durchzuführen.
  • Cuvée: Wein bestehend aus 2 oder mehreren Rebsorten oder unterschiedlichen Weinberglagen. Abgeleitet vom französischen Wort "Cuve" (Fass).
  • Decanter: Englisch = Dekantierkaraffe, DECANTER ist auch eine englischsprachige Weinzeitschrift, die u.a. auch Weine zuverlässig testet und die Testergebnisse veröffentlicht
  • Dekantieren: nennt man das Umfüllen von Wein aus der Flasche in eine weitbauchige Karaffe. Dadurch kommt der Wein mit Luft in intensiveren Kontakt und verursacht eine leichte Oxydation der im Wein enthaltenen Säuren. Dekantierte Weine werden weicher, runder und Ihre Aromen kommen besser zum Vorschein. Bereits gereift Weine werden vorsichtig dekantiert, damit ein mögliches Depot in der Flasche zurückbleibt. Dies sollte jedoch erst kurz vor dem Servieren erfolgen, um die Gefahr zu vermeiden, eines sehr reifen Wein durch das Dekantieren zu verderben, besonders bei älteren Burgunderweinen besteht diese Risiko.
  • Délestage: ist ein Arbeitsschritt im Weinkeller während der Maischegärung,  bei dem der Tresterhut entweder manuell oder mittels einer technischen Vorrichtung regelmäßig wieder in den flüssigen Teil der Maische gedrückt wird. Mit dieser Methode werden jedoch die sehr weichen Beerenhäute und auch die Kerne der Beeren verletzt, wobei unerwünschte Bitterstoffe in den Wein gelangen können. Der flüssige Bestandteil der Maische wird in einen 2. Tank gepumpt, der Tresterhut (die feste Schicht aus Beerenschalen und Kernen) sinkt auf den Boden des Tanks und zerbricht dabei. Hier verbleibt der Trester 2 - 3 Stunden. Während dieser Zeit werden die in den Beerenschalen befindliche Polyphenole und Zucker freigesetzt. Anschließend wird der Most wieder auf den Trester gepumpt. Alternative wird auch Saft/Wein aus dem Gärbehälter entnommen und mit Pumpen auf den im Gärbehälter schwimmenden, mehr oder weniger trockenen und verfestigten Tresterhut gesprüht. Damit sollen sich die in den Beerenschalen und an den Kernen befindlichen Pigmente, Tannine und Polysaccharide lösen. Da sich die auf den Tresterhut gepumpte Flüssigkeit den schnellsten Weg nach unten (Schwerkraft) sucht, ist das Ergebnis oft nur unbefriedigend, weil deshalb ein Teil der wertvollen Inhaltstoffe ungelöst im Trester bleibt. Diese Probleme hat der Önologe Francesco Marin mit der Erfindung eines neuartigen Gärbehälter gelöst. Seine Methode "Ganimed" verwendet das bei der Gärung entstehende CO2 als natürliches Energiepotential um den Tresterhut kontinuierlich ohne mechanische Einwirkung umzuwälzen und zu befeuchten.
  • Demi-sec: (halbtrocken) Französische Geschmackbezeichnung für Champagne, Cremant, Vin Mousseux mit einem Restzuckergehalt von 33 - 50 g/l.
  • Domaine: Bezeichnung eines Weinbaubetriebs. Nur erlaubt bei A.C./AOP Weinen und Vins de Pay/ IGP. Die Trauben für den Wein aus den Weinbergen des Weinguts stammen und die Weine auf dem Weingut erzeugt und dort in Flaschen gefüllt wurden.
  • Dosage: bezeichnet eine Flüssigkeit aus Wein und Zucker, die Schaumweinen nach der zweiten Gärung zugegeben wird um damit den endgültigen Zuckergehalt eines Schaumweins herzustellen.
  • Dulce: (katalonisch Dolc) Spanische Bezeichnung für einen Natursüßen Wein.
  • Durchgegoren: Der Gärvorgang eines Weins wurde nicht künstlich beendet, sondern die Hefen waren so lange aktiv bis fast der gesamte im Most enthaltene Zucker in Alkohol umgewandelt wurde, oder die Hefen durch einen hohen Alkoholgehalt im Wein (je nach Art der Hefe) bei 14 bis 17 % Alkohol ihre Aktivität eingestellt haben. Abgesehen von Natursüßen Weinen wie Vin Santo, Recioto, Sauternes, Rivesaltes und andere, beträgt der Restzuckergehalt durchgegorener Weine zwischen 1 g/l und 4 g/l .
  • Entrappen: Weinbeeren von Rappen und Rispen trennen.
  • Enzyme: für die Weinbereitung dürfen der Maische pektolytische Enzyme zugesetzt werden, die den Pressvorgang erleichtern und beschleunigen. Im konventionellen Weinbau, in dem systemische Fungizide eingesetzt wurden, sind sie erforderlich. Da im Bioweinbau systemische Fungizide nicht eingesetzt werden, bilden sich bei kühler Maischestandzeit aufschließende Enzyme von selbst, bevor der Pressvorgang eingeleitet wird. Bei der Produktion billiger Bioweine werden pektolytische Enzyme verwendet um Zeit zu gewinnen.
  • Extra Brut: Schaumweine mit maximal 6 g/l Restzucker.
  • Extra Dry: Schaumweine, Sekt, Prosecco Spumante, Champagne mit maximal 12 bis 17 g/l Restzucker.
  • Feinherb: dieser Geschmacksbegriff wird für deutsche Weine - auch Bioweine verwendet. Er kann zur Verbrauchertäuschung führen, wenn seine Bedeutung nicht erklärt wird, denn so beschriebene Weine sind keineswegs herb, sondern halbtrocken und besitzen einen Restzuckergehalt von 9 bis 18 g/l.
  • Fruchtig: fruchtige Weine zeigen deutliche Aromen (Duft und Geschmack) von Beeren, Zitrusfrüchten, Aprikose, Pfirsich, Kirschen, Apfel, Birne, Banane u.a..Fruchtige Weine absolut trocken sein, also wenig oder keinen Restzucker enthalten. Andererseits betont ein höherer Zuckergehalt als Geschmacksträge die fruchtigen Komponenten eines Weins. Wenn wir Weine mit "fruchtig" beschreiben, bedeutet es jedoch nicht, dass es sich um süße Weine handelt.
  • Halbtrocken: nicht genau definierte Geschmacksangabe für Weine mit einem Restzuckergehalt von mehr als 5 g bis 20 g/l. Die geschmackliche Empfindung des Grads der Süße wird vom Säuregehalt des Weins beeinträchtigt.
  • Geharzter Wein: In Griechenland dient das Zufügen von Harz während der Lagerung von Wein der Verbesserung seiner Haltbarkeit. Retsina ist ein geharzter griechischer Weißwein.
  • Gelatineschönung: Gelatine kann Weine mit hohem Gerbstoffgehalt sowie Weine mit einem Geschmack und Geruch von Raps, verursacht durch zu hohen Pressdruck, geschmacklich verbessern. In Verbindung mit Kieselsol (Kieselsäureverbindung) kann die Filtrierfähigkeit des so geschönten Weins verbessert werden. Unsere Bioweine werden ohne Gelatine erzeugt.
  • Gerbstoffe: Die phenolischen Inhaltsstoffe von Wein werden als Gerb-und Farbstoffe zusammengefasst. Es gibt eine Vielzahl von phenolischen Verbindungen in Wein, die Geschmack und Farbe beeinflussen. Zu ihnen gehören auch die Tannine.
  • Glyzerin: entsteht als Nebenprodukt der alkoholischen Gärung. Es verleiht Weinen eine geschmeidige Fülle, es schmeckt süßlich. Weine mit hohem Glyzeringehalt besitzen eine höhere Viskosität, die man beim Schwenken des Weins im Glas erkennen kann.
  • Histamin: Histamin gehört zu den biogenen Aminen. Sie kommen in verschiedenen Nahrungs- und Genussmitteln (Schokolade, Wurst, Hartkäse) in höheren Mengen vor als bei Wein. Histamin entsteht im Wein durch diverse Bakterienstämme (Pediokken, Lactobazillus) während des Gärvorgangs. Der Gehalt an Histamin im Wein lässt sich bei Weißweinen durch eine Behandlung mit Bentonit reduzieren. Rotweine werden meist nicht mit Bentonit geschönt und können deshalb mehr Histamin enthalten.
  • Hyperoxygenation: durch die Anreicherung des Mosts für Weißweine mit Sauerstoff kann die sonst erforderliche Menge an SO2 verringert werden. Sie kann die in Wein enthaltenen phenolischen Bestandteile reduzieren und die vorzeitige Braunfärbung verhindern, aber auch die Aromen eines Weins verändern. Eine besonders sorgfältige Anwendung der Hyperoxygenation ist erforderlich um negative Überraschungen auszuschließen.
  • Imprägnieren: Billigste, schnellste und einfachste Methode aus einem Stillwein, Perlwein (Proseco frizzante) zu erzeugen. Dem Wein wird unter Druck Kohlendioxyd zugesetzt. Dieses Verfahren wird bei unseren Prosecco Frizzante Weinen nicht angewandt.
  • Jungfernwein: Wein aus der ersten Lese von jungen Rebstöcken.
  • Kalorien in Wein: Die Menge der Kalorien im Wein ist abhängig vom Alkohol- und Zuckergehalt. Andere kalorienhaltige Stoffe in Wein wie Eiweiß oder Fette sind nur in geringer Menge enthalten, so dass deren Kalorien bei einer Diät kaum berücksichtigt werden müssen.1 g Alkohol enthält 7 kcal (abgerundet),1 g Zucker enthält 4 kcal (abgerundet). So viele Kalorien sind in einem 0,2 l Glas Wein mit 12 % Vol. Alkohol (diese Angabe steht auf dem Flaschenetikett) und 5 g/l Restzucker (diesen Wert können Sie bei uns erfahren) enthalten:24 g Alkohol = 168 ckal,1 g Zucker = 4 ckal ,Gesamt 172 ckal.
  • Kork: besteht aus der Rinde von Korkeichen, die vor allem in Portugal, Spanien und Sardinien wirtschaftlich von Bedeutung sind. Aus dieser Rinde werden u.a. die Korken gestanzt, die zum Verschließen von Weinflaschen Verwendung finden.
  • Korkfehler, Korkgeruch, Korkgeschmack: unangenehmer Geruch und Geschmack in Wein der ihn ungenießbar macht. Verursacht wird dieser Fehler durch eine chemische Verbindung mit der Bezeichnung Trichlosanisol.
  • Körper: damit wird die Summe aller Inhaltsstoffe eines Weins, vor allem sein Gehalt an Extrakt (Mineralstoffe) beschrieben, die maßgebend sind für die Qualität eines Weins sind. Durch die dem "Körper" zugeordnete Adjektive wie "kraftvoll", "körperreich", ergeben sich für den Weininteressierten wichtige Informationen.
  • Lieblich: liebliche Weine haben einen Restzuckergehalt von 18 bis 45 g/l und schmecken deutlich süß.
  • Maische: Sie entsteht durch das „Mahlen“ (quetschen) der Trauben, wobei anschließend der Saft und die festen Bestandteile (Schalen, Traubenkerne, bei Rotwein manchmal auch die Rispen) zusammen in einem Behälter, Tank oder Bottich mazerieren.
  • Maischeerhitzung: Das Erhitzen der Maische dient dazu, farbarmen Trauben mehr Farbstoffe zu entziehen, als es mit der traditionellen Maischegärung möglich wäre. Diese Methode ist in Frankreich mit einer einzigen Ausnahme (Château de Beaucastel) nicht zugelassen.
  • Maischestandzeit: Ob man weiße Trauben direkt nach der Lese weiterverarbeitet oder vor dem Pressen eine bestimmte Ruhepause in der Maische bei kühler Temperatur einhält, ist für den späteren Wein entscheidend. Eine mehr oder weniger lange Maischestandzeit bietet den Vorteil, dass dabei eine Vorklärung stattfindet und sich traubeneigene Enzyme bilden können, die den späteren Pressvorgang erleichtern und opulentere Weißweine entstehen. Rotweintrauben verbringen, sofern deren Maische nicht erhitzt wird, generell bis zu 6 Wochen in der Maische bevor sie gepresst werden. Damit erhöht sich die Ausbeute an Aroma-, Farb- und Gerbstoffen.
  • Maischegärung: Die Maischegärung wird nach der Maischestandzeit eingeleitet. Dies erfolgt durch erhöhen der Temperatur und/oder Zugabe von Hefen.
  • Malolaktische oder Milchsäuregärung bzw. biologischer Säureabbau: drei Begriffe für einen mikrobiologischen Vorgang, der an die alkoholische Gärung anschließt. Dabei wird die in Wein enthaltene Apfelsäure (lat. acidum malicum) in Milchsäure (lat. lacteolus acid) umgewandelt. Säurebetonte Weine werden dadurch etwas milder, denn die Milchsäure wird angenehmer empfunden als die eher aggressive Apfelsäure. Die ebenfalls im Wein enthaltene Weinsäure wird bei diesem Vorgang nicht beeinträchtigt. Die Milchsäuregärung wird nicht bei allen Weißweinen durchgeführt. Erreicht wird dies durch das Herausfiltern der entsprechenden Bakterien nach Ende der alkoholischen Gärung.
  • Marriage: (franz. für Hochzeit, Vermählung) wird in der Champagne verwendet, wenn mehrere Weine miteinander verschnitten werden, bevor die Flaschengärung beginnt, um so ein optimales Ergebnis zu erzielen.
  • Methode traditionelle: Früher Methode Champenoise genannt, damit ist die Flaschengärung von Schaumwein gemeint.
  • Mild: diesem Begriff beschreibt man Weine- auch Bioweine mit einem niedrigen Säuregehalt und wenig bzw. weichem, rundem und reifem Tannin. Mild bzw. weich im Geschmack können auch trockene Weine sein.
  • Mis en bouteilles au Château, au Domaine, à la Propieté: Angabe auf dem Weinetikett die anzeigt, dass es sich bei dem betreffenden Wein um eine sogenannte Originalweingutabfüllung handelt. Der Name des Weinguts muß zusätzlich vermerkt sein.
  • Oechsle: Zuckergehalt im Traubensaft der mit der Oechsle-Waage gemessen wird.
  • Oechsle-Waage: Eine Dichtespindel die vom Pforzheimer Optiker Ferdinand Oechsle konstruiert wurde.
  • Oxygenation oder Micro-Oxygenation: darunter versteht man die Zugabe geringer Mengen von Sauerstoff zum Most mittels eines technischen Geräts. Damit erreicht man, dass junge gerbstoffreiche Weine ohne lange Reifezeit in Holzfässern weicher werden und früher getrunken werden können.
  • Phenole: sind sogenannte bioaktive sekundäre Pflanzenstoffe wie der Weinfarbstoff Anthocyane und die Gerbstoffe bzw. Tannine, die in den Beerenhäuten, Stielen und Kernen der Trauben vorkommen. Sie schützen vor oxydativer Belastung.
  • Piemont: Piemont (am Fuß der Berge) ist eine berühmte Weinbauregion im Nordwesten Italiens mit berühmten Weinen (Barolo, Barbareseco, Gavi) und typischen Rebsorten (Arneis, Barbera, Nebbiolo, Dolcetto, Moscato, Cortese, Ghemme, Freisa, Grignolino). Die berümtesten Weine sind Barolo und Barbaresco.
  • Pigeage: die auf dem gärenden Most schwimmende, feste Schicht aus Beerenschalen wird zerkleinert und in den Most gedrückt damit sich möglich viele in den Schalen befindliche Bestandteile lösen und in den Most/Wein übergehen. siehe Côteaux du Languedoc, Grès de Montpellier.

 

Die wichtigsten Qualitätsstufen für Wein

  • Tafelwein: , vin de table, vino da tavola, vino de mesa oder vinho de mesa waren die früheren Bezeichnungen für die unterste Qualitätsstufe in Westeuropa. Heute gelten die Bezeichnungen deutscher Wein, vin de France, vino de España, vinho do Portugal. Die Voraussetzung für diese Weine ist, dass die Trauben in den entsprechenden Ländern gewachsen sind. Es können ganz beliebige Sorten sein, es gibt keine Erntemengenbegrenzung, keinen natürlichen Mindestalkoholgehalt, keine bestimmte Weinbereitungsart und keine Qualitätskontrolle. Mit ganz wenigen Ausnahmen handelt es sich um Weine die nicht empfehlenswert sind. Sie finden Verwendung in Wein-Mischgetränken, Glühwein, auch in Markenweinen und für die Sektherstellung.
  • Landwein: vin de pays, vino tipico, vino de la Tierra, vinho regional. Dafür verwendet man heute folgende Bezeichnungen: Landwein in Deutschland (kaum noch auf dem Markt zu finden, weil die Anforderungen an deutschen Qualitätswein so niedrig sind, dass fast nur noch “Qualitätsweine” angeboten werden.
  • In Frankreich  nennt man sie abgekürzt IGP (Indication Géeographique Protégée), in Italien IGT (Indicazione Geografico Tipico), oder auch IGP, Gleiches gilt für Spanien und Portugal.
  • Die Trauben müssen in der betreffenden Region gewachsen sein,
  • die Rebsorten sind beliebig,
  • es gibt keine Erntemengenbegrenzung,
  • keinen natürlichen Mindestalkoholgehalt,
  • keine Vorschrift über die Art der Weinbereitung.
  • keine Qualitätskontrolle
  • Wenn diese Freiheit in negativem Sinn angewendet werden, dann liegen die Erntemengen bei 200- 300 hl/ha, die Weine sind dann relativ dünn, können chaptalisiert werden um den Alkoholgehalt zu erhöhen und nach der Gärung unterdrückt man nicht selten den Überschuss an Säure mit der so genannten Süßreserve.
  • Sie werden oft als Markenweine aus nicht nachvollziehbarer Herkunft überteuert angeboten und tragen nebenbei zu einer Wein-Überschussproduktion zu Lasten der Umwelt und der Verbraucher bei.
  • Landweine, (IGP und IGT) können jedoch auch von hervorragender Qualität sein, wenn Sie von ehrlichen und qualitätsorientierten Weingütern stammen, deren Weinberge außerhalb eines Qualitätsweinbaugebiets liegen, oder wenn ein Winzer eine andere Traubensorte verwenden möchte, als sie für einen Qualitätswein in dieser Region vorgeschrieben sind. Es kommt auch vor, dass Weine, die alle Vorgaben eines Qualitätsweins erfüllen, aber als Landwein verkauft werden, weil die Trauben dafür von jungen Reben stammen und noch nicht die hohe Qualität von älteren Reben erreicht haben.  Folglich kommt es darauf, die Hintergründe eines Weins zu kennen um seine Qualität und Wertigkeit einschätzen zu können. Das ist ja nur ein Landwein, oder,  für einen Landwein ist dieser Wein aber zu teuer, geht oft auf wenig Sachkenntnis zurück. Sie werden mir zustimmen, wenn Sie folgende Landweine aus unserem Sortiment probieren:  Château La Dorgonne Merlot, Domaine Olivier Pithon Cuvée Lais rot, Cuvée Lais weiß, Château Romanin Alpilles rot, weiß, rosé, Domaine La Marsaillaise, oder Domaine de la Triballe Cabernet, Château La Canorgue Viognier und viele andere Weine.
  • Qualitätsweine
  • Trauben für Qualitätsweine müssen aus geographisch festgelegten Regionen stammen. Die Abkürzung lauten für Deutschland QbA, ergänzt mit den Prädikaten Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, vorausgesetzt das Mostgewicht (Zuckergehalt der Trauben) ist im Vergleich zum normalen Qualitätswein höher.
  • Französische Qualitätsweine, nennt man abgekürzt AOC (Appellation d’Origine Contrôlée) oder AOP (Appellation d’Origine Protégée), was so viel wie aus geschützter Herkunft bedeutet. Analog dazu sind die Kürzel für Italien. Spanien und Portugal DOC, DOCG, DO, DOCa, Vino de Pago )wird nur an einzelne besonders gute Weingüter vergeben), DOP.
  • Einheitlich für alle genannten Länder sind für jede Region bestimmte Rebsorten und deren Anteile pro Wein vorgeschrieben.
  • Auch die Methoden der Weinbereitung des Ausbaus der Weine sind geregelt. So ist die Reifung eines Qualitätsweins in Barriques in manchen Regionen nicht erlaubt.
  • Die Obergrenze der Erntemengen ist in Deutschland auf hohe 100 hl/ha begrenzt. In anderen Ländern sind sie je nach Region auf 40hl/ha bis 120 hl/ha begrenzt. In Portugal liegt die durchschnittliche Erntemenge nur bei ca. 35 hl/ha
  • Fazit: je höher die Erntemenge, umso geschmackloser und billiger kann Wein sein.
  • Der natürliche Alkoholgehalt für deutsche Qualitätsweine, also der Zuckergehalt der Trauben muss bei vollständiger Vergärung nur 6,5 % Vol. betragen. Das könnte der Grund sein, warum es in Deutschland kaum Tafel oder Landwein gibt. In anderen Ländern Westeuropas ist je nach Region ein natürlicher Alkoholgehalt  von 10,5 bis 13 % vorgeschrieben.
  • Rappen: Synonym für Rispe, oder Kamm der Weintraube.
  • Remontage: hier wird der flüssige Teil des Most aus dem unteren Teil des Tank entnommen und auf den oben schwimmenden Tresterhut gepumpt damit dieser stets feucht ist und sich die Inhaltstoffe aus den Beerenschalen lösen und in den Most/Wein übergehen können.
  • Reserva: (Spanien) Über drei Jahre gereifte Weine, davon mindestens 1 Jahr im Fass und 1 Jahr in der Flasche, Verkauf im 4. Jahr nach der Ernte,  siehe Rioja Reserva.
  • Riserva: Italien) vor allem bekannt in der Toskana - Chianti Classico Riserva von Casina di Cornia und Chianti Colli Senesi Riserva von Torre alle Tolfe. Auch dabei handelt es sich um Chianti Classico der mindestens 24 Monate gereift sein muss, davon 21 Monate im Fass und 3 Monate in der Flasche bevor er das Weingut verlassen darf. Darüber hinaus gibt es weitere Anforderungen bzw. Einschränkungen, so muss der natürliche Alkoholgehalt nicht nur 12 % wie beim "einfachen" Chianti Classico, sondern mindestens 12,5° Vol. Alkohol enthalten und die Erntemenge je Hektar Rebenfläche darf nur 52,5 hl (in Wein gerechnet) betragen. Den Begriff "Riserva" gibt es aber auch in anderen Weinbauregionen wie im Piemont.
  • Resveratrol: Ist ein in Wein, in Weinreben und in  vielen Pflanzen enthaltener Wirkstoff der zur Gruppe der Polyphenole zählt, antioxydativ wirkt und somit die Pflanze vor Krankheiten und Schädlingen schützt. Ein besonders hoher Gehalt an Resveratrol wird in Weinreben gebildet, wo es in den Blättern, Beeren und Beerenschalen vor allem als Farbstoff (Flavonoide, Antoxyane), aber auch als Tannin und Geschmacksstoff eingelagert ist. Der Gehalt an Resveratrol ist nicht in allen Traubensorten gleich hoch und folglich auch nicht in allen Traubensäften und Weinen. Dünnschalige Speisetrauben enthalten weniger als Dickschalige, Weine aus Cabernet Sauvignon und ähnliche Sorten mehr als Trollinger . Schließlich hängt die Höhe des in Wein enthaltenen Resveratrols auch von der Dauer der Maischegärung bei Rotweinen ab, die bis zu sechs Wochen dauern kann. Da der Saft von weißen Trauben meist sofort nach der Pressung von den Schalen getrennt vergoren wird, enthalten Weißweine weniger Resveratrol als Rotweine. Zahlreiche Studien belegen, dass Resveratrol Pflanzen vor Schädlingsbefall und Pilzbefall schützt. Ein Glas Biorotwein mit einem hohen Gehalt an Resveratrol zu trinken, bereitet zumindest Weinliebhabern mehr Genuss, als eine Resveratroltablette. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf eine am 26. 3. 2008 dem EU Parlament vorgestellte Studie, veröffentlicht unter http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,543553,00.html, in der auf den gesundheitlichen Aspekt von Resveratrol eingegangen wird.
  • Rispe: eine Rispe besteht aus einem Ast und kleinen Nebenästen, worauf sich die Blüten und später die Weinbeeren bilden.
  • Rosado/Rosato: Spanische/italienische Bezeichnung für Rosé-Wein.
  • Salicylsäure: sie ist vor einigen Jahren im Wein entdeckt worden. in Aspirin wirkt sie blutverdünnend, entzündungshemmend und schmerzlindernd. (Aspirin).
  • Sekt: Sekt ist eine deutsche Bezeichnung für Schaumwein. Er kann in Flaschengärung (hochwertiger) oder in Tankgärung (Preisgünstiger) erzeugt werden. Achtung: Deutscher Sekt kann auch aus ausländischen Weinen (Bulgarien, Rumänien, Ungarn oder aus überseeischen Weinen als Deutscher Sekt bezeichnet werden, vorausgesetzt, die zweite Gärung und Abfüllung erfolgt in Deutschland. Dies bei preisgünstigen Markenprodukten die Regel.
  • Schönungsmittel: Gelatine, Kieselsol, Hausenblase, Kasein, Kaolin, Bentonit, Hühnereiweiß. Eiweißstoffe als Kleber dienen um Feststoffe im Wein zu binden um ihn besser filtern zu können.
  • Schwefel: Im Moment der Zugabe von Schwefeldioxyd entsteht die „freie schwefelige Säure“, die sich in der Folge größtenteils an unterschiedliche Stoffe im Wein wie Acetaldehyd und Zucker bindet. Mit der Umwandlung von Acetaldehyd – ein Nebenprodukt der alkoholischen Gärung - in gebundene schwefelige Säure“ hat das Schwefeldioxyd einen Teil seiner Wirkung erledigt, indem es den unangenehmen Oxydationsgeschmack Wein verhindert. ie zweite biologische Wirkung der freien schwefeligen Säure besteht in der Behinderung des Wachstums von Bakterien im Wein, indem es den Sauerstoff im Wein bindet, den Bakterien für ihr Wachstum benötigen. Umstritten ist allerdings eine dritte Auswirkung von Schwefel im Wein, nämlich die Verhinderung der Oxydation von Enzymen im Wein. Im Prinzip ist Schwefel ein gesundheitlich bedenklicher Stoff. Er kommt nicht nur in Wein, sondern auch in vielen Nahrungsmitteln vor. Und obwohl Schwefel sogar vom menschlichen Körper selbst produziert wird, kann er doch allergische Reaktionen auslösen.. Die WHO hat die tägliche Aufnahme von höchstens 0,7 mg/je kg Körpergewicht festgelegt. Schwefel (Schwefeldioxyd = SO2) wird dem Wein zugegeben und erfüllt darin mehrere Funktionen: Er verhindert nicht nur wie oben beschrieben, die negative geschmackliche Beeinträchtigung von Wein, sondern auch die Bildung gesundheitlich bedenklicher Stoffe (Histamin) und bindet im Weißwein das unerwünschte Acetaldehyd und beugt durch die freie schwefelige Säure der schnellen Oxydation vor. Die im Wein enthaltenen Höchstmengen an Gesamtschwefel sind im Weingesetz geregelt, sie betragen für trockene Rotweine mit einem Restzuckergehalt von < 5 g/l 160 mg/l, trockene Weißweine mit einem Restzuckergehalt von < 5 g/l 210 mg/l. Weine mit einem höheren Zuckergehalt dürfen bedeutend mehr Schwefel enthalten. Bioweine enthalten erfahrungsgemäß 50% - 80 % weniger Schwefel.
  • Biowein darf folgende Grenzwerte nicht überschreiten:
  • Trockene Weißweine:
  • 150 mg / l für Weine mit weniger als 2 g / l Restzucker.
  • 170 mg / l für Weine mit 2 bis 5 g / l Restzucker.
  • Weine mit höherem Restzuckergehalt dürfen höhere Schwefelwerte aufweisen.
  • Trockene Rotweine
  • 100 mg / l für Weine mit weniger als 2 g / l Restzucker.
  • 120 mg / l für Weine mit 2 bis 5 g / l Restzucker.
  • Weine mit höherem Restzuckergehalt dürfen höhere Schwefelwerte aufweisen.
  • Sec: Französische Geschmacksbezeichnung für trockene Weine, Champagne, Cremant, Vin Mousseux.
  • Sedimente: (auch Depot genannt), die sich in Wein ablagern können. Sie bestehen in jungen Weinen aus sehr kleinen, durchsichtigen Kristallen. Diese entstehen aus im Wein natürlicherweise enthaltenen, ausgefällten Mineralstoffen, die sich am Flaschenboden absetzen. Bei meist größeren Kristallen handelt es sich um ausgefälltes Kalziumtartrat, das umgangssprachlich Weinstein genannt wird. Es bildet sich in Jungen Weinen, wenn diese kalten Temperaturen ausgesetzt werden. Während das Ausfällen von Kalziumtartrat in kalten Weinbauregionen im Winter auf natürliche Weise erfolgte, wird es heute im Süden durch das Kühlen auf -5°C mittels kühlbarer Lagertanks erreicht. Das Vorhandensein von „Weinstein“ in Wein ist also lediglich ein Hinweis darauf, dass Wein nicht kältebehandelt, oder nicht kalt gelagert wurde. Weinstein (Kaluziumtrat) in Wein stellt keine geschmackliche oder geruchliche Qualitätsminderung dar, beeinträchtig jedoch optisch und kann im Mund störend empfunden werden. In gereiften Rotweinen (ältere Jahrgänge) kann sich ein Depot aus kondensierten, im Wein enthaltenen natürlichen Farbbestandteilen bilden, das sich bei liegend gelagerten Flaschen auf einer Flaschenseite ablagert. Solche Weine sollten 1 bis 2 Tage vor dem Servieren stehend aufbewahrt und dabei auch temperiert werden. Je nach Reifestadium eines Weins, kann man das Dekantieren in Betracht ziehen, um den Wein von den Feststoffen zu trennen. Bei zu reifen Weinen oder bei Burgunderweinen rate ich davon ab.
  • Semi-Cryanza: (Spanien) inoffizielle Bezeichnung für Weine die 3 bis 5 Monate im Holz-Faß gereift sind.
  • Semisecco: Spanische Bezeichnung für einen halbtrockenen Wein.
  • Sommelier/e: Französischer Begriff für Weinkellner/in. Seine/ihre Aufgabe in der gehobenen Gastronomie ist es, Gäste bei der Auswahl der Weine zu beraten und dabei die Charakteristik der gewählten Speisen zu berücksichtigen um ein angenehmes Zusammenspiel von Speisen und Wein zu erreichen. Da die Bezeichnung Sommelier/e nicht geschützt ist und kein klassischer Ausbildungsberuf ist, ist es möglich, sich entsprechende Kenntnisse in der Gastronomie, im Weinfachhandel oder durch mehr oder weniger professionelle Kurse anzueignen. Ein fundiertes Wissen wird bei Deutschen Sommelier-Schule während ca. 300 Unterrichtstunden vermittelt. Nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung vor der IHK darf man sich „geprüfter Sommelier mit einem öffentlich-rechtlich anerkannten Abschluss“ nennen.
  • Soutirage: (französisch für das Umfüllen des Weins von einem in ein anderes Barrique).
  • Süffig: Beschreibung für einfache, unbedeutende Weine, geeignet für den unachtsamen Weintrinker.
  • Tannine: (Gerbstoffe)Sie stammen aus den Traubenschalen und Kernen. In jungen Weinen nimmt man Tannin als bitteren Geschmack wahr und empfindet ihn als trocken. Interessant ist ihre Entwicklung während der Weinreifung. In jungen weinen sind sie leicht und gelöst im Wein. Mit zunehmendem Alter reagieren Sie mit anderen Weininhaltsstoffen. Sie werden schwer und sinken als Depot zu Boden. In anspruchsvollen Weinen geben Tannine das „Gerüst“ oder die „Struktur“ und ohne Tannine könnten Rotweine nicht altern. Tannin kommt jedoch nicht nur aus den Trauben, sondern es darf in Übersee Weinen auch in Pulverform zugesetzt werden. Tannin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Phenole, sie besitzen konservierende und auch gesundheitsrelevante Eigenschaften.
  • Tastevin: Flache, silberne oder silberfarbene Probierschale mit Vertiefungen und gewölbter Oberfläche im Schalenboden, der die Beurteilung der Farbe eines Weins erleichtert.
  • Terroir: Ein inflationär benutzter Begriff in der Welt des Weins. Gemeint ist damit der Weinbergboden, seine Bewirtschaftung, die Reben, das Klima, die Arbeit des Winzers und der Ausbau des Weins im Keller. Nur Bioweine können Terroirweine sein, denn der Boden auf dem Biotrauben wachsen, wird nicht mit Bodenfremdem Mineraldünger gedüngt und nicht mit Chemikalien behandelt und die auf den Trauben befindlichen Hefen werden nicht mit Fungiziden zerstört. Es sind die natürlichen Hefen die den Charakter des Jahrgangs prägen und die Eigenschaften, des ursprünglichen Bodens mit den darin natürlich enthaltenen Mineralstoffen, und der Rebsorte bestimmen und nicht sogenannte Reinzucht-Hefen.
  • Tresterhut: während der Maischegärung werden die festen Bestandteile der Maische (Beeren, Beerenschalen, Kerne, Rispen, Stiele, Blätter) durch das aufsteigende CO2 an die Oberfläche gedrückt, wo sie nach kurzer Zeit eine feste, mehr oder weniger trockene Masse, den Tresterhut bilden würden, wenn man sie nicht mit der Delestage feucht halten würde.
  • Trocken: Geschmacksbeschreibung für Weine mit geringem Restzuckergehalt. Diese Angabe fehlt bei Weinen aus den romanischen Ländern, weil deren Weine traditionell durchgegoren sind und einen Restzuckergehalt von weniger als 2 bis 3 g/l besitzen. Das deutsche Weingesetz erlaubt mit der Bezeichnung „trocken“ einen Restzuckergehalt von 9 g/l gekoppelt mit dem Säuregehalt des betreffenden Weins.
  • Umkehrosmose: Modernes Verfahren, dem Most Wasser zu entziehen um dichtere, konzentrierte Weine zu erzeugen, ohne dafür aufwendige RebschnittArbeiten oder die „Grüne Ernte“, bzw. eine Ertragsreduzierung durchzuführen.
  • Umkorken: Weine mit einem guten Alterungspotenzial werden nach 15 bis 25 Jahren geöffnet, der verflüchtigte Inhalt mit einem Wein des gleichen Erzeugers und desgleichen Jahrgangs ersetzt und neu verkorkt.
  • UTA: untypischer Alterungston von jungen Weinen (nasse Pappe, Mottenkugeln) verursacht durch Wassermangel und Stress der Reben.
  • Vegane Weine: Diese Bezeichnung trifft auf Weine zu, die nicht mit tierischen Eiweißprodukten (Hühnereiweiß, Albumin, Hausenblase, Gelatine u.a.) geklärt und gefiltert wurden. Durch Umfragen bei unseren Partnern/Winzern stellte sich heraus, dass viele von Ihnen kein tierisches Eiweiß einsetzen, womit deren Weine für Veganer geeignet sind. Daneben gibt es Verbände, die die Vegane Weinerzeugung überprüfen und zertifizieren - siehe Cantina Pizzolato in Venetien. Übrigens, allen biodynamisch wirtschaftenden Weinerzeugern ist die Verwendung von tierischem Eiweiß verboten und somit sind auch alle Demeter-Weine für Veganer geeignet.
  • Verschlossen: Damit ist ein meist junger Wein beschrieben, der seine Aromen und Düfte noch nicht freigibt und einen eindimensionalen Eindruck hinterlässt.
  • Vinifizierung: aus dem Französischen = Weinbereitung.
  • Vinho Verde: (grüner Wein) so wird ein charaktervoller Weißwein genannt, der in der üppig grünen Landschaft Nordportugals erzeugt wird. Es ist der grüne, fruchtbare Landstrich nahe am Atlantik, der dem berühmten portugiesischen Weißwein den Namen gab.
  • Vino de la Tierra: (Spanien) Landwein mit Herkunftsbezeichnung.
  • Uhu-Ton: (Weinfehler) Aceton ähnlicher Geruch und unnatürlicher süßlicher Geschmack verursacht durch einen zu hohen Gehalt an Etylester.
  • Weingläser:
  • Für kräftige Rotweine aus Bordeaux und ähnlich kräftige und tanninreiche Rotweine eignen sich große, kelchartige Weingläser
  • Für leichtere fruchtbetonte Rotweine empfehlen wir etwas kleinere, aber in der Form dem Bordeauxglas ähnliche Gläser.
  • Für kräftige, gehaltvolle Weißweine wie Chardonnay aus südlichen Regionen sind kelchartige Gläser vorteilhaft, die jedoch etwas kleiner als Rotweingläser sein sollten. Es ist ein universell verwendbares Weißweinglas, aus dem auch ein vollmundiger und komplexer Champagner sehr gut schmecken kann.
  • Für leichte, elegante Weißweine eignet sich ein kleineres, kelchartiges Weißweinglas.
  • Für Sherry, Portwein, Muscat de Rivesaltes, Rivesaltes Ambre, Vin Santo Recioto oder ähnliche Südweine genießt man aus kleineren Kelchgläsern.
  • für Champagne, gehaltvolle Schaumweine und beste Prosecco Spumante kommen am besten zur Geltung aus einem bauchigen Kelchglas, das sich nach oben verjüngt.
  • WINE ADVOCAT: wichtige internationale Weinzeitschrift aus den USA, Herausgeber ist Robert Parker, der Weinbewertungen nach einem 100 Punkte-System erstellt. Die veröffentlichten Ergebnisse des WINE ADVOCAT und Robert Parker beeinflussen weltweit Kaufentscheidungen von Handel und Verbrauchern.
  • Zweitwein: In den Crus Classés-Gebieten von Bordeaux produzieren die Châteaux nicht nur einen großartigen Wein, der als klassifizierter Cru anerkannt ist, sondern auch Zweitweine, die systematisch von geringerer Qualität sind. Diese Praxis ermöglicht es den Châteaux, das Qualitätsniveau von Cru Classés beizubehalten und weniger interessante Weine für diese zweite Stückelung zu belassen.